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Das Google Phantom Update

Das erste öffentliche Google Update gab es 2002. Heute ruft ein neues Google Update immer eine kleine Gänsehaut hervor, ob alles richtig gemacht wurde oder ob plötzlich weniger Benutzer die Seite finden.

Die wichtigsten Updates der letzten Jahre trugen oft die Namen von niedlichen Tieren, die für SEOs plötzlich zu Schreckgespenstern wurden und Alpträume verursachten.

Panda, Pinguin und Kolibri, wie auch das Mobile Update, waren wichtige Einschnitte, die Google zur Qualitätssicherung der Suchergebnisse gestartet hat. Hierbei wurden Thin Content und gekaufte Links bekämpft (Pinguin, Panda, Payday Loan), der Suchalgorithmus geändert (Hummingbird) oder der Faktor Brand (Venice) gestärkt.

Typische Fragen die Sie sich nach einem Einbruch in einem Sichtbarkeitsindex (z.B. bei Sistrix) stellen:

  • Sind Sie von einem Google Update betroffen?
  • Hat Ihre Seite einen Traffic Verlust?
  • Was können Sie nach einem Google Update tun, um wieder mehr Besucher zu haben?
  • Was passiert, wenn eine Domain abgestraft wird?

Was ist das Google Phantom Update?

Nicht jedes Google Update sorgt für Angst und Schrecken, denn eigentlich soll ja die Qualität der Suchergebnisse für den Benutzer erhöht werden und in den meisten Fällen werden solche Updates (alleine schon wegen der Abschreckungsgefahr) sehr öffentlich gemacht. Dadurch spart sich Google Arbeit, denn mehr SEO’s arbeiten danach, oft schon alleine aus Angst vor einer Abstrafung, mit White-Hat Techniken (z.B. Onpage-Optimierungen).

Anders beim Google Phantom Update von Mitte Mai 2015. Dies hat keinen Namen, sondern wird von Google nur als „Core Update“ bezeichnet, in dem es „geheime Veränderungen gegeben hat, die nicht kommuniziert werden“. [Zitatquelle]

Jetzt, nach ein paar Monaten, in denen die Möglichkeit bestand Daten auszuwerten, fassen wir die wichtigsten Thesen für Sie zusammen, was durch diese Änderungen passiert sein kann.

  1. Die Suche wird lokaler
  2. Suchergebnisse fürs Online ShoppingDie Suchanfragen der Nutzer werden lokaler ausgespielt (nicht personalisiert durch Google+, sondern lokal durch die IP). Hierbei wird versucht den Ort der Person zu bestimmen, um dieser von der Suchanfrage ausgehend zu helfen.Nicht jede Suchanfrage ist gleich gestaltet, so bringt Ihnen die Suchanfrage „Schuhe kaufen“ andere Suchergebnisse, als die Suche „Schuhladen“. Schuhladen gibt Ihnen die lokalen Suchergebnisse von Geschäften und Orten, wohingegen „Schuhe kaufen“ den Benutzer zu Online-Shops führt. Oberflächlich betrachtet sind beide Suchanfragen gleich, denn es wird ein Ort gesucht, um Schuhe zu kaufen.Google geht aber davon aus, dass ein Schuhladen etwas in Ihrer Umgebung ist, Schuhe kaufen hingegen etwas, was auch im Internet erfolgen kann. Dadurch entsteht ein Unterschied in der Suchanfrage zwischen Ladengeschäften und Online-Shops.Lokale Suchergebnisse in GoogleDies führt auch dazu, dass z.B. Ratgeber-Seiten, welche sich mit Themen beschäftigen die eigentlich „analog“ erledigt werden (z.B. Sehtest/Sehhilfe), weniger Traffic erhalten. Martin Mißfeld hat hier auf seinem Blog viel zu diesem Thema geschrieben und Tests gemacht, die genau diese These unterstützen.

  3. Der Faktor Brand nimmt zu
  4. Marken werden bei Suchen stärker gewichtet, da auch hier davon ausgegangen wird, dass diese mehr der Suchanfrage des Nutzers entsprechen – künstliche Intelligenz lässt grüßen. Dazu gab es vor einiger Zeit schon einmal das Venice Update.Diese Suchanfragen werden oft mit Shops, Ratgebern, Magazinen und Affiliate Seiten geteilt, was für diese zu Ranking Verlusten führen kann.Was können Sie dagegen unternehmen? Relativ wenig, außer die eigene Marktposition auszubauen, so dass die eigene Seite als eine Marke wahrgenommen wird. Solch eine gute Positionierung ist auch bei Vergleichsportalen möglich, wie z.B. von Check24 bewiesen wird.

  5. Doorway Pages wurden abgestraft
  6. Sogenannte Brückenseiten, auf denen der gleiche Inhalt für unterschiedliche Keywords aufbereitet wurde (nah am Duplicate Content) sind in den Rankings gesunken. Warum? Die These hier ist, dass die Qualität der Seiten nicht den Standards entspricht, die Google von den Webmastern erwartet, wie auch, dass es sich eigentlich um doppelte Inhalte handelt, die keinen oder nur wenig Mehrwert für die Nutzer bieten.

  7. Statistiken zu Suchergebnissen schwanken stärker
  8. Durch die stärkere Lokalisierung von Suchergebnissen schwanken die Ergebnisse der großen SEO-Analyse Tools inzwischen stärker, denn diese nehmen meistens „nicht lokalisierte“ Daten, sondern die Daten für die gesamte Republik.Somit stimmen diese Daten nicht mehr zwangsläufig mit realen Besucherströmen überein, die über  Suchmaschinen kommen (es soll ja auch noch andere Trafficquellen neben Google geben). Hierbei wird der Vergleich mit Wettbewerbern schwerer. Es gibt aber auch Gutes an der Ungenauigkeit. Ranking Verluste, die im Suchindex oft angezeigt werden, sind vielleicht gar nicht so schlimm wie es scheint. Hierbei hilft das eigene Tracking, z.B. über Google Analystics, die realen Verluste einzuschätzen. Da nur Sie diese Daten haben, wird es für Ihre Konkurrenz schwerer genaue Aussagen über Ihre SEO Strategie zu erhalten.SEO-Tools haben in diesem Bereich aktuell einen Nachholbedarf, um weiterhin die qualitativ hochwertigen Daten zu liefern, an die wir uns in den letzten Jahren gewöhnt haben. SEO wird hierbei immer spezieller, denn spätestens seit der Google Disavow  Funktion, mit der Links zu Ihrer Seite manuell für ungültig (sprich SPAM) erklärt werden können, führt dazu dass auch Link Profile und die Wertigkeit von einzelnen Links für Außenstehende undurchschaubar werden.

Was bedeutet das Google Phantom Update für Sie?

Eigentlich nichts Neues. 😉 Google arbeitet weiter daran ein möglichst gutes Suchergebnis zu liefern, dies führte bei den letzten Updates regelmäßig zu Strafen für Webmaster. Zum Beispiel beim Panda Update wurden qualitativ minderwertige Webseiten (und deren Inhalte) negativ bewertet, wobei die folgenden Faktoren Schuld hatten:

  • eine geringe Menge an originalen Inhalten (Wikipedia Kopien, etc.)
  • wenige oder keine qualitativen Backlinks
  • ein hoher Prozentsatz Duplicate Content
  • geringe Verweildauer und hohe Absprungrate
  • gleiche Texte oder Links auf jeder Seite

Aber nicht nur schlechte oder schwache Inhalte werden zum Handicap, Google selbst wird auch immer öfter zu einem Ergebnislieferanten (Beispiele? Celebrity Suche, Wettersuche, Sportergebnisse – und dies ist nur der Anfang) von Daten und Informationen – und somit zur Konkurrenz für viele Anbieter (z.B. Preissuchen vs. Google Shopping).

Wir als Webseitenbetreiber sind dazu angehalten uns an die Spielregeln von Google zu halten (Webmaster Guidelines), aber selbst wenn wir dies tun, ist dies keine Garantie dafür, dass nicht ein anderer Rankingfaktor wichtig wird, an dem wir kaum etwas ändern können (Faktor Brand, Eigeninteresse von Google, etc.).

Deshalb sollte die Google Suche, so wichtig sie auch ist, immer nur ein Teil von Ihrem Online Marketing sein, denn es soll sogar heute noch Seiten geben, deren Traffic über 90% durch Direkteingaben kommt (z.B. mydealz), Ihren Traffic durch Facebook und Twitter bekommen, oder ein starkes Inbound Marketing durch Ihre Newsletter betreiben.

Was können Sie als Shopbetreiber machen?

Wie schon beschrieben sollten Sie Ihre Marketing-Kanäle ganzheitlich aufbauen und holistische Inhalte schaffen. Auf lange Sicht hilft es Ihnen mit Sicherheit Ihren Webshop oder Ihre Internetseite stärker als eigene Marke zu positionieren, aber wie?

  • Content Marketing, Storytelling und ein einzigartiges Verkaufserlebnis.
  • Seien Sie sich bewusst, dass Ihr aktuelles Ranking durch lokale Faktoren beeinflusst werden kann, oder auch nicht.
  • Untersuchen Sie Ihren Traffic – denn Sichtbarkeitsindexe sind nicht immer zu 100% korrekt und können große Abweichungen zur Realität aufweisen.
  • Bauen Sie alle Ihre Marketingkanäle auf, die Ihnen zur Verfügung stehen (z.B. Newsletter, Social Media, SEA, etc.).
  • Optimieren Sie Ihren Shop, die Conversion Rates und die Kundenzufriedenheit, damit mehr Nutzer in Ihre Inbound Marketing Kanäle kommen.

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