Sterne in Google Anzeigen

Was bringen die „Google Sterne“ und wie bindet man sie ein?

Sterne in den Suchergebnissen sind nicht nur schick, sondern auch die Klickrate auf die Suchergebnisse kann signifikant steigen. Rund 2/3 der User lassen sich von Online-Bewertungen in ihrer Kaufentscheidung beeinflussen.

Wie sehen die Sterne in den Google-Suchergebnissen aus?

Heute zeigen wir Ihnen, wie es zur Anzeige der Sterne in den organischen und bezahlten Suchergebnissen kommt.

Hier muss zunächst zwischen den organischen (quasi „unbezahlten“) und bezahlten Werbeeinblendungen unterschieden werden.

Sterne in Google

Die Darstellungen sind zwar ähnlich – es sind Sternedurchschnitt, Bewertung und Sonderzeichen zu sehen (was sich jederzeit ändern kann) – doch die Einbindung funktioniert grundverschieden.

Ähnliche Anzeigen mit unterschiedlichen Einbindungsarten

Die (Bewertungs-)Sterne werden in der organischen Suche aufgrund eines bestimmten HTML Markups (=Rich Snippets, siehe unten) auf der Zielseite angezeigt.

Daneben gibt es auch die Möglichkeit Sterne in den lokalen Suchergebnissen einzublenden. Für eine lokale Bewertung (z.B. ein Restaurant) muss ein bestätigter Unternehmens-Eintrag bei „Google My Business“ (ehemals Places) vorhanden sein. Erst dann können die Nutzer ihre Erfahrungen posten – und diese fließen dadurch direkt in die Durchschnittsbewertung für die Google Sterne ein.

Bei bezahlten Suchergebnissen können die Sterne bei den Produkt- und Verkäuferbewertungen eingesetzt werden. Die Möglichkeiten hierbei sind vielfältig: Neben Verkäuferbewertungen via Sternen in der Textanzeige, gibt es auch hervorgehobene Verkäufer- und Produktbewertungen als Google-Shopping Anzeige. Während sich die Verkäuferbewertungen dabei auf Leistung, Angebot und Service des gesamten Online-Shops beziehen, fokussieren sich Produktbewertungen auf einzelne Produkte. Die Sternchen werden allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen in den AdWords-Anzeigen angezeigt, aber dazu später mehr.

Und wie kommen die Sterne jetzt in die Suchergebnisse…

…in der organischen Suche?

Die Sterne werden durch Rich Snippets eingebunden. Es können auch zusätzliche Informationen, wie z.B. Breadcrumbs oder Fotos (beispielsweise bei Rezepten), hinzugefügt werden. Es gibt Rich Snippet Elementtypen nicht nur für Produkte, sondern auch für Personen, Veranstaltungen, Rezepte, lokale Einrichtungen (s.o.), Erfahrungsberichte, Musik, Bücher.

Damit die Bewertungsnote identifiziert wird, müssen die entsprechenden Daten im Quellcode für die Suchmaschinen ausgezeichnet werden. Die Informationen werden als sogenannte strukturierte Daten eingearbeitet.

Für die Bewertungen wird dafür z.B. die Property “reviewRating” definiert und eine Skala angegeben (von schlecht bis sehr gut, 1-5).

Die Vorgaben stammen von schema.org – für Produktdaten sind die Spezifikationen hier zu finden. Schema.org ist die Plattform für standardisiertes HTML-Markup, also dem Vokabelwerk, welches nicht nur Google, sondern auch die Suchmaschinen von Microsoft und Yahoo unterstützen. Die offizielle (englische) Anleitung von Google für Entwickler ist hier zu finden.

Testen kann man die korrekte Einbindung dann mit dem Google Testtool oder mit anderen Preview-Tools wie Seomofo,  Snippetoptimizer und Saney.

Wichtig: Die Bewertungen müssen sich auf eine Dienstleistung oder ein Produkt beziehen und nicht auf Produktlisten oder Kategorien.

Und: Eine Garantie, dass Google die Bewertungen (Sterne, Rich Snippets) ausgibt, gibt es nicht – Google entscheidet von Fall zu Fall (also von Suchanfrage zu Suchanfrage), ob und welche Informationen angezeigt werden. Je höher Google grundsätzlich den Nutzen der Anzeige der Rich Snippets für den User einschätzt, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie angezeigt werden.

Lokale Suchergebnisse können einerseits über die Funktion „Maps“ oder aber die allgemeine Google-Suche angezeigt werden. Allgemein werden sie beispielsweise eingeblendet, wenn aus den Suchbegriffen hervorgeht, dass das Suchergebnis regional sein sollte, beispielsweise, wenn der Suchbegriff inklusive einer Ortsangabe ist. Die angezeigten Bewertungen werden über Google generiert, indem man ein entsprechendes Profil bei Google My Business angelegt hat.

…in der bezahlten Suche?

Google Sterne in der bezahlten SucheDie bezahlten Suchergebnisse (=SEA = Suchmaschinenwerbung) können durch diverse Anzeigenerweiterungen bei Google AdWords (nur im Suchnetzwerk) beeinflusst werden, in diesem Fall der Bewertungserweiterung.

Es werden dabei alle Bewertungen für einen Verkäufer (=eine Webshop-Domain) verschiedener Quellen zusammengenommen und eine Durchschnittsbewertung ausgegeben. Voraussetzung sind mind. 30 Bewertungen von verschiedenen Nutzern (davon 10 für eine Sprache) innerhalb der letzten 12 Monate. Der Bewertungsdurchschnitt muss mindestens 3,5 Sterne betragen. Für Produktbewertungen reichen drei Bewertungen.

Verkäuferbewertungen gibt es auch bei Google Shopping: Bei unserem Beispiel sehen die Bewertungen wie folgt aus.

Direkt auf dieser Seite verlinkt finden Sie die Bewertungen noch einmal schöner, ausführlicher und übersichtlicher von Trusted Shops, einem Shop Zertifizierungsanbieter, aufgeführt.

Beim Sammeln von Produktbewertungen helfen einem die von Google aufgeführten Dienstleister. Der Shopbetreiber muss sich dann bemühen, die Kunden dazu zu bewegen, nach einem Kauf Bewertungen abzugeben.

Wie sieht das konkret aus?

Wird nach „hundeleine hundeshop“ gesucht erhalten wir folgendes Ergebnis:

Beispiel Suchergebnis Googlesterne

Wie man sieht erscheint die Textanzeige für unser Beispiel an erster Stelle samt Sterne. Platz 2 und 3 verfügen über keine Sterne, wodurch Hundeshop mit einer Zeile mehr Punkten kann als auch mit einem sichtbareren visuellem Element. Erst auf den Plätzen 4 und 5 haben die Werbetreibenden wieder Sterne in der Anzeige. Dies zeigt aber auch, dass nicht die Sternen die Platzierung bestimmen, sondern der Qualitätsfaktor und der gezahlte max. CPC.

Auch in Google Shopping sind Anzeigen vorhanden, in denen 3 Produkte vertreten sind. Zu diesem wie auch den Konkurrenzprodukten sind jedoch keine Sterne vorhanden. Hier würden sich Sterne anbieten, um einen Wettbewerbsvorteil zu schaffen, der sich in einer erhöhten Klickrate widerspiegeln könnte.

Fazit

Bei der Eingabe des Schlüsselworts „Owney“ sieht man folgendes:

Beispiel 2 Suchergebnis Googlesterne

Hier taucht die Werbeanzeige auf Platz 2 auf, die Mitbewerber verzeichnen auch erst in der rechten Spalte Sterne. Auch in der organischen Suche ist Hundeshop auf Platz 4 vorhanden – jedoch ohne Sterne. Während in der bezahlten Suche ein Vorteil besteht, ist es in der organischen Suche genau anders herum. Hier zeigt sich auch, dass die organische und bezahlte Suche unterschiedlich funktionieren.

Unsere Empfehlung für die vorgestellten Bereiche:

  • Bezahlte Suche (SEA): Wenn Google Shopping genutzt wird, sollten auch Produktbewertungen genutzt werden – insbesondere wenn der Wettbewerb es (noch!) nicht tut. Dadurch steigt tendenziell die Klickrate, was zu mehr Umsatz führen kann. Parallel könnte es Auswirkungen auf den Qualitätsfaktor (QF) haben, was die CPC-Kosten senken und die Position steigen lassen kann. Der Effekt würden den QF aber nur indirekt durch eine erhöhte Klickrate verbessern können. Offiziell ist das alleinige vorhanden sein dieser Erweiterung jedoch kein Faktor für einen automatisch besseren Qualitätsfaktor.
  • Unabhängig davon sollte bei der organischen Suche alles daran gesetzt werden für strategisch wichtige und fest definierte Schlüsselbegriffe auf der ersten Seite in den vorderen Plätzen und/oder mit Produkt- und Verkäuferbewertungen (Sternen) zu erscheinen. Zum einem ist so keine alleinige Abhängigkeit von AdWords vorhanden, zum anderen haben Sterne erst einen Mehrwert, wenn man von den Usern überhaupt gesehen wird.

Mehr Beiträge aus unserem Magazin

Alle Beiträge ansehen