NEUE VERTRIEBSBESCHRÄNKUNGEN FÜR HÄNDLER, DIE MARKENPRODUKTE BEI AMAZON VERKAUFEN

NEUE VERTRIEBSBESCHRÄNKUNGEN FÜR HÄNDLER, DIE MARKENPRODUKTE BEI AMAZON VERKAUFEN

Update September 2015: Die Vertriebsbeschränkungen von Asics wurden gekippt.
In der vergangenen Woche meldeten sich immer mehr Online-Händler zu Wort, die von Amazon in einer E-Mail über die neuen Vertriebsbeschränkungen aufgeklärt wurden. Was von Amazon als „verbessertes Kundenerlebnis“ bezeichnet wird, kommt bei den Online-Händlern eher wie eine klare Benachteiligung und Beschränkung ihres Geschäftsmodells an.

Asics und Onitsuka als Vorreiter

In einer ersten E-Mail von Amazon wurden Verkäufer von Asics Produkten über die neuen Vereinbarungen aufgeklärt. Diese Vereinbarungen sehen vor, dass Produkte der Marke Asics nur noch von autorisierten Händlern auf Amazon zum Kauf angeboten werden dürfen und diese Autorisierung durch Asics zu erfolgen hat.
In der E-Mail von Amazon an die Online-Händler heißt es von Amazon: „Wir bemühen uns stets darum, Kunden ein bestmögliches Einkaufserlebnis zu bieten. Deshalb führen wir Beschränkungen für das Einstellen von Angeboten für Produkte der Marken Asics und Onitsuka ein.

Insbesondere genehmigen wir nur noch autorisierten Händlern, Angebote für Produkte dieser Marken einzustellen. Wenn Sie über eine Bestätigung des Herstellers verfügen, dass Sie ein autorisierter Händler sind, wenden Sie sich bitte an den Verkäuferservice.

Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie mit Wirkung zum 1. März 2015 Produkte der Marken Asics oder Onitsuka nicht mehr bei Amazon anbieten, und Ihre Angebote für diese Produkte werden entfernt. Das Entfernen dieser Angebote wird sich nicht negativ auf Ihre Kennzahlen zur Kundenzufriedenheit auswirken. Wir bitten Sie jedoch, Angebote für diese Produkte nicht unter anderen ASINs erneut einzustellen oder neue Angebote dieser Produkte zu erstellen. Dies gilt sowohl für Artikel mit Versand durch Amazon als auch für Artikel, die vom Verkäufer versendet werden.“

Asics ändert Händler-AGB

In den letzten Tagen sickerten dann immer mehr Details zu der Abmachung zwischen Asics und Amazon an die Öffentlichkeit und es wurde deutlich, dass Asics neben der Pflicht zur Autorisierung auch noch die eigenen Händler-AGB verschärft hat. Diese AGBs sehen in der Zukunft eine unterschiedliche Belieferung der Vertriebskanäle vor und Verkäufer, die ihre Produkte über das Internet verkaufen, bekommen auch nur noch Ware für den Online-Handel. Hat nun zum Beispiel ein stationärer Händler überschüssige Ware der letzten Kollektion auf Lager, darf er diese Ware nicht über das Internet anbieten. Händler, die sich weigern diese modifizierten AGB zu unterzeichnen würden in der Zukunft nicht mehr beliefert. Um weiterhin Produkte der Marke Asics auf dem Amazon Marktplatz anbieten zu können, verlangt Amazon eine schriftliche Bestätigung von Asics, dass der betreffende Händler von Asics autorisiert und lizensierter Asics-Händler ist. Sobald ein Händler nun diese nötige Bestätigung bei Asics anfordert, wird er bei Asics in der Kategorie „reiner Online-Händler“ gelistet und der Zugang zu aktuellen Produkten wird erheblich eingeschränkt.

 

Folgen für den Handel

Im Laufe der letzten Tage meldeten sich dann immer mehr Online-Händler, die in Bezug auf Amazon auch bei anderen Marken von den neuen Beschränkungen betroffen sind. Asics scheint in diesem Zusammenhang nur ein erster Vorreiter zu sein, dem viele andere Marken folgen werden und deren Ziel es ist, Marken nur noch über einige ausgewählte Händler zu verkaufen.
Gerade die kleineren Händler müssen nun mit einer enormen Wettbewerbsbeschränkung ihrer Verkäufe über Amazon rechnen und für viele Händler wird dies erhebliche Umsatzeinbußen mit sich bringen. Ein Händler, der seinen Fokus in den letzten Jahren also verstärkt auf Amazon als Vertriebskanal gelegt hat, oder seine Produkte gänzlich über Amazon verkauft hat, wird in Zukunft nach neuen Möglichkeiten des Vertriebs Ausschau halten müssen. Ein eigenständiger Online-Shop ist dabei eine gute Basis, um sich von der Abhängigkeit eines einzelnen Vertriebskanals zu lösen. Je breiter ein Shop aufgestellt ist, desto eher lässt sich auf diese Art von Wettbewerbsbeschränkung reagieren.

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