EAN und GTIN - was Sie wissen müssen

EAN – GTIN – UPC – Code128 | Was bedeutet das alles?

Barcodes/Strichcodes an Waren dienen generell der Identifikation der etikettierten Ware.

Barcodes direkt an der Ware identifizieren in der Regel die Ware selbst. Barcodes können z.B. auch an Paletten oder Kartons mit mehreren Einzelartikeln angebracht sein, diese Barcodes identifizieren entweder die Palette (also z.B. „24x 0.75 Cola Flasche“) oder sind identisch zum Barcode auf der Ware (identifizieren dann nur „0.75 Cola Flasche“). Es gibt verschiedene verbreitete Nummernsysteme (die jeweils nur Ziffern enthalten – keine Buchstaben):

Nummernsystem Alternative/veraltete Bezeichnung
GTIN-13 EAN-13 / UCC-13 / CIP
GTIN-12 UPC / UCC-12
GTIN-8 EAN-8 / UCC-8
GTIN-14 (relativ neu, noch kaum verbreitet) -

EAN – GTIN – UPC und Code128 erklärt:

Man sieht, die verbreiteten Bezeichnungen wie EAN und UPC sind eigentlich veraltet und sind inzwischen alle durch GTIN abgelöst.

  • UPC steht für „Universal Product Code“ und wird hauptsächlich in den USA und Kanada verwendet. UPC-Nummern sind 12-stellig.
  • EAN steht für „European Article Number“ und wird wie der Name schon sagt speziell im europäischen Raum verwendet, sie sind in der Regel 13-stellig oder 8-stellig.
  • GTIN steht für „Global Trade Item Number“.
  • EAN-Nummern sind GTIN-13 Nummern, und UPC-Nummern sind GTIN-12 Nummern.
  • UPC-Nummern können durch voranstellen einer 0 zu gültigen EAN-Nummern umgewandelt werden.

Sofern man also in der Warenwirtschaft „Barcode“-Nummern hinterlegt hat, die weder 8,12,13 oder 14-stellig sind, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass dies keine brauchbaren Nummern sind. Die Nummer selbst legt allerdings noch nicht fest, wie diese Nummer dann als Strichcode gedruckt aussehen wird, dazu gibt es verschiedene Kodierverfahren.

Kodierverfahren

Es gibt hauptsächlich 3 verschiedene Repräsentationen der Nummern auf Waren:

      • 1D Strichcodes – Diese bestehen nur aus Linien und können mit praktisch allen Scanner-Typen (Laser, CCD, Imager) gelesen werden. Bei EAN/UPC-Nummern weit verbreitet.
      • 2D Codes – Diese können nur von „Imager“-Scannern gelesen werden. Beliebte Vertreter sind hier: QR-Codes, DataMatrix-Codes, Aztec-Code.
      • RFID – Hier befindet sich ein kleiner Chip+Antenne an der Ware und die Nummer wird praktisch per Funk ausgelesen.

1D-Strichcodes sind dabei die günstigste Variante und auch die dafür benötigten Scanner sind am günstigsten zu bekommen.

Verbreitete GTIN-Nummern Strichcodes:


(Codebeispiele aus http://www.gs1.org/sites/default/files/docs/barcodes/GS1_General_Specifications.pdf – 5.1)

Weiterhin beliebt ist auch Code128:

Weiterhin beliebt ist auch Code128

Mit Code128 lässt sich auch Text in Strichcodes kodieren und nicht nur Ziffern
(hier der Text „Wikipedia 128-B“ – Quelle)

Wie funktionieren Barcode Scanner?

Bei Barcode-Scannern gibt es grob zwei verschiedene Möglichkeiten mit einem PC oder anderen Endgeräten zu kommunizieren:

      1. Der Barcode-Scanner wird vom PC als gewöhnliche Tastatur erkannt („USB-HID“) und beim Scannen eines Barcodes wird dieser quasi „eingetippt“.
        Es wird kein Treiber benötigt und auch eine aufwändige Installation + Konfiguration entfällt.
        Bei Bluetooth-fähigen Scannern muss meist nur einmal das Pairing durchgeführt werden.
      2. Der Barcode-Scanner stellt eine serielle Schnittstelle dar und überträgt über diese den eingescannten Barcode (und ggf. auch zusätzliche Informationen wie den Typ des Barcodes).
        Um diese Art Scanner in gewöhnlicher Desktop-Software zu verwenden wird häufig Zusatzsoftware benötigt, die dann ebenfalls wieder Tastaturbefehle erzeugt. Heutzutage wird dieses Verfahren in der Regel nur noch bei z.B. Kassensystemen eingesetzt.

Wie erzeugt man GTIN Nummern?

Für die Auszeichnung von Waren – insbesondere wenn sie mit der Nummer auf Plattformen wie Google, Amazon oder eBay gelistet werden sollen – sollte keine Nummern generiert werden, sondern offiziell ein Nummernblock bei GS1 Germany bezogen werden.
GS1 ist die Organisation, die die Vergabe der GTIN-Nummern verwaltet. Für Kunden aus Deutschland ist hier die GS1 Germany GmbH der richtige Ansprechpartner. Es werden dabei nicht einzelne Nummern erworben, sondern Nummernblöcke die man auf die verschiedenen Produkte verteilen kann.

Achtung: GTIN-Nummern besser nicht von Dritten erwerben (insbesondere weil Unterverkauf von GTIN-Nummern eigentlich nicht erlaubt ist und der Firmenname in der GTIN-Nummer kodiert ist). Im Idealfall sollte sich der Hersteller/Importeur/Markeninhaber der Waren um die ordentliche Kennzeichnung der Waren mit gültigen GTIN-Nummern kümmern.
Beachtet werden sollte, dass Produktvarianten jeweils eigene GTIN-Nummern bekommen sollten, damit diese anhand der Nummer voneinander unterschieden werden können.
Für interne Zwecke, wie z.B. Strichcodes auf Lieferscheinen oder Gutschein-Coupons, bei denen die Strichcodes nicht auf Marktplätzen wie eBay/Amazon landen, können ggf. auch Nummern verwendet werden, die mit einem entsprechenden Länder-Prefix versehen sind.

Beispielsweise werden GTIN-13 Nummern nach dem Muster „2XXYYYYYYYYYP“ häufig für interne Zwecke verwendet. 2XX (also z.B. 201) wäre dabei der Länderpräfix, YYYYYYYYY die eigentliche Nummer und P die Prüfziffer.

Wozu benötigen/fordern Markplätze eine GTIN-Nummer?

Sinn und Zweck ist hier in der Regel die Erkennung von gleichartigen Listungen. Die Markplätze möchten vermeiden, dass ein- und derselbe Artikel von mehreren Händlern leicht anders benannt und einzeln gelistet wird. Zum Beispiel bei der Suche nach „iPhone 6 Smartphone“ auf Amazon, soll nicht das gleiche iPhone mehrfach aufgelistet werden, sondern nur einmal – und erst auf der Produktseite selbst sollen die jeweiligen Händler aufgelistet werden. Der Besucher soll bei der Suche nach einem bestimmten iPhone nicht erst über zig Seiten mit gleichen Artikeln scrollen müssen, um das gewünschte Produkt zu finden. Bei Amazon ist die ASIN („Amazon Standard Identification Number“) in der Regel mit der GTIN-Nummer des Produkts gekoppelt. D.h. Amazon assoziiert ein oder mehrere GTIN-Nummern mit einer gemeinsamen ASIN, wenn die GTIN-Nummern das gleiche Produkt beschreiben.

Was für Nummern habe ich aktuell an der Ware?

Um zu prüfen, welche Art Barcode auf der Ware derzeit angedruckt ist, kann z.B. folgende Smartphone-App für Android genutzt werden.

Wird „Fulfillment by Amazon“ genutzt, gelten außerdem ggf. bestimmte Richtlinien für die Kennzeichnung der angelieferten Ware durch Strichcodes.

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