AMP Rollout

AMP Roll out – Google dreht auf

Um Inhalte schneller auf dem Smartphone oder anderen digitalen Endgeräten sichtbar zu machen, können Seitenbetreiber auf Accelerated Mobile Pages, kurz AMP, zurückgreifen. Diese beschleunigten Webseiten werden von Google unterstützt. Mit dem Projekt Google AMP möchte Google die mobilen Versionen von Webseiten schlanker machen, die Seiten sollen weniger Datenvolumen verbrauchen und schneller geladen werden.

Das ist passiert

Am 24. Februar 2016 war es soweit: Google AMP wurde vorgestellt, zu Anfang sollten namhafte Webseiten, wie die Washington Post, das Wall Street Journal und BuzzFeed, einige Inhalte als AMP veröffentlichen.
Google startete bereits 2009 mit der Initiative „Let’s make the web faster“, in deren Rahmen sich der Konzern für ein schnelleres Internet einsetzte. Ein Jahr später wurde der PageSpeed zu einem Rankingfaktor, sodass Seitenbetreiber spätestens seit diesem Zeitpunkt darauf achten sollten, dass die eigenen Inhalte schnell geladen werden.

Die Fakten bestätigen Google in diesem Kurs: Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits nach vier Sekunden 25% der User den Ladevorgang abbrechen und die Webseite verlassen. Dabei ist es wichtig, die immer stärker genutzten digitalen Endgeräte mit in den Blick zu nehmen. Denn während eine Seite auf dem Desktop noch recht schnell geladen werden kann, kann das auf dem Smartphone ganz anders aussehen und es können dafür einige Sekunden bis Minuten vergehen.

Die Umsetzung von AMP

Das Accelerated Mobile Pages Projekt ist ein Open Source Projekt von Google, welches durch die Diskussion von Technologieunternehmen und Publishern entstanden ist. Beide Parteien waren sich einig, dass Webseiten schneller werden müssen. Für die Umsetzung hat Google das Framework AMP HTML entwickelt, dabei handelt es sich in gewisser Weise um ein reduziertes HTML, die Artikel werden außerdem direkt in die App und mit Hochgeschwindigkeit geladen. Der Quellcode für Google AMP ist öffentlich und kann von jedem frei eingesetzt werden, so hat beispielsweise WordPress AMP schon integriert und auch kleine Seitenbetreiber können die Vorteile von Google AMP nutzen. Auf der Webseite des Projektes gibt es ein Tutorial zur Erstellung einer AMP Webseite, mehr dazu finden Sie hier.

AMP und Facebook Instant Articles

Im April 2016 veröffentlichte Facebook eine ähnliche Funktion mit dem Namen „Instant Articles“. Im Prinzip ging es Facebook dabei um das Gleiche: Inhalte sollten schneller auf die Smartphones der User gebracht werden. Instant Articles ist allerdings kein Open Source Projekt und kann daher nicht von jedem User benutzt werden, sondern ist auf die mobile App von Facebook beschränkt. Da Google hier trotzdem in Konkurrenz steht, werden die AMP Artikel nicht bevorzugt, aber sichtbar markiert.

Wieso ist AMP so schnell?

Damit die Webseiten schneller geladen werden können, gibt es eine Reihe von Optimierungen:

  • Es sind nur asynchrone Skripte erlaubt, dies bedeutet, dass z. B. interaktive Elemente erst dann geladen werden, wenn der Rest der Seite schon geladen ist, damit kein Script auf ein anderes wartet.
  • Alle Ressourcen haben feste Größen.
  • Ressourcen werden priorisiert geladen.
  • Bevor der Nutzer zur Seite navigiert, werden above-the-fold-Inhalte geladen.
  • Erweiterungen blockieren das Rendering nicht.
  • Javascript von Dritten wird aus dem kritischen Pfad gelassen.
  • Keine externen CSS-Daten.
  • Die Größen werden zuerst erfasst und dann berechnet.
  • Schriften werden erst geladen, wenn die Seite fertig gerendert ist.

Außerdem setzt AMP auf Googles CDN (Content Delivery Network), denn die schnellste Webseite bringt nichts, wenn der Server zu langsam ist. Deswegen werden die Webseiten nicht direkt von der Seite des Publishers geladen, sondern von Google Servern, sogenannten CDN. Dafür indexiert Google die Webseiten erstmals nicht nur, sondern speichert sie auch auf den eigenen Servern. Zusätzlich verwendet Google HTTP 2.0 für maximale Effizienz.

Accerlerated Mobile Pages und Werbung

Natürlich müssen die Publisher Ihre Inhalte auf irgendeine Weise zu Geld machen, deswegen unterstützt Google AMP diverse Plattformen, wie Google AdSense, DoubleClick, OutBrain oder AOL. Bei der Einbindung von Anzeigen werden aber bestimmte Kriterien berücksichtigt:

  • Die Anzeigen sollen so schnell sein wie die Seiten auf denen sie sich befinden
  • Voraussetzung ist, dass die Anzeigen über HTTPS ausgespielt werden
  • Die Ads sollen optisch ansprechend und innovativ sein
  • Eine Gemeinsamkeit zur Unterstützung der Industrie ist gegeben

Selbstverständlich soll die User-Experience trotz Werbung so wenig wie möglich beeinträchtigt werden, der Nutzer steht im Mittelpunkt und die Anzeigen dürfen diese Wahrnehmung nicht gefährden.

Stetige Weiterentwicklung

Mit ständig wachsender Reichweite besteht bei Googles Projekt der Bedarf nach weiteren Anzeigentypen, deswegen verkündet Google im Juni 2016 drei weitere Formate für AMP freizugeben. Bei diesen neuen Anzeigentypen handelt es sich um Sticky Ads, die mehr Sichtbarkeit der Werbeanzeigen bei uneingeschränktem Nutzererlebnis bieten sollen. Hierbei wird von Ad-Viewability gesprochen, die Definition ist, dass die Anzeige einer Werbung zu 50% für mindestens eine Sekunde gesehen wird. Sogenannte Sticky Ads sind Anzeigen, die feste Plätze am oberen oder unteren Ende der Webseite haben und sich beim Scrollen nicht mitbewegen. Außerdem sollen Flying Carpet Ads und schnell ladende AMP Ads für AMP-Seiten zugelassen werden. Besonders letztere dürften von den Nutzern kaum als störend wahrgenommen werden, denn sie werden im AMP-Code geschrieben und laden deswegen so schnell wie der AMP-Beitrag selbst. Bei den Flying Carpet Ads sieht das etwas anders aus, diese dürften die Nutzer kaum erfreuen: Bei den flexiblen Anzeigentypen passt sich die Werbeanzeige dem Scrollen an und legt sich auch über den Text der AMP-Seiten.

Die Werbekunden zeigen sich bisher erfreut über die AMP-Entwicklung und sollten auch an dieser jüngsten Entwicklung nichts zu meckern haben, da ihre Möglichkeiten noch einmal deutlich erweitert wurden.

Fazit

Publisher, Werbetreibende und User können gleichermaßen begeistert sein: Google AMP sorgt dafür, dass Inhalte auch unterwegs in Rekordtempo geladen werden und das nervige, minutenlange Warten auf eine Webseite könnte damit endlich ein Ende haben.
Wer sich selbst von der beeindruckenden Geschwindigkeit der AMP Webseiten überzeugen möchte, kann mit seinem Smartphone hier klicken.

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